Was ist SEPA-Lastschrift?

Die SEPA-Lastschrift ist ein europaweites Lastschriftsystem, das es Händlern ermöglicht, Euro-Zahlungen von Konten in 34 SEPA-Ländern und assoziierten Gebieten einzuziehen.


Die SEPA-Lastschrift ist mittlerweile in allen Ländern der Eurozone eingeführt worden. In diesen Ländern müssen alle Euro-Zahlungen über Die SEPA-Lastschrift eingezogen werden.

Das SEPA-Verfahren wird derzeit parallel zu den nationalen Lastschriftverfahren in SEPA-Ländern der Nicht-Eurozone, wie zum Beispiel dem Vereinigten Königreich, betrieben. Somit ist es in diesen Ländern noch möglich, Lastschriften sowohl über das SEPA- als auch über ein nationales Lastschriftverfahren einzuziehen (bis zum 31. Oktober 2016).

Diese Anleitung fasst die wichtigsten Funktionen des SEPA-Lastschriftverfahrens aus der Perspektive eines Händlers zusammen. Das soll Ihnen dabei helfen, SEPA und die Folgen für Ihr Unternehmen zu verstehen.

Hauptfunktionen der SEPA-Lastschrift

Die SEPA-Lastschrift ähnelt im Großen und Ganzen dem ehemaligen Lastschriftverfahren in Deutschland

  1. Die SEPA-Lastschrift ist Pull-basiert. Sobald ein gültiges Mandat des Kunden vorliegt, ist es der Händler, der Zahlungen initiiert.
  2. SEPA-Lastschriftzahlungen erfolgen direkt von Bank zu Bank. Am SEPA-Lastschriftverfahren sind keine Kartennetzwerke beteiligt. Die gesamte Kommunikation wird direkt zwischen den Banken abgewickelt.

Jedoch unterscheidet sich die SEPA-Lastschrift in den folgenden zentralen Punkten vom ehemaligen deutschen Lastschrift:

1. Einzugsgebiet

SEPA-Lastschriften können aus dem gesamten SEPA-Raum eingezogen werden, inkl. der SEPA-Länder, die nicht zur Eurozone gehören (z.B. UK oder Schweden). Jeder Devisenumtausch wird von den Banken des Zahlungspflichtigen bzw. des Händlers durchgeführt.

2. Ausgleichsbuchungen

Zahlungspflichtige können von ihrer Bank Rückerstattungen für unberechtigte SEPA-Abbuchungen bis zu 13 Monate lang erhalten. Wenn ein gültiges Mandat vorliegt, sind die Rückerstattungsansprüche auf 8 Wochen begrenzt. Im ehemaligen deutschen System galt für beide Fälle ein unbefristetes Rückerstattungsrecht.

3. Bankverbindung

Um SEPA-Lastschriften einzuziehen, brauchen Sie den BIC und die IBAN eines Kunden anstatt seiner Kontonummer und Bankleitzahl. Der BIC kann in der Regel aus der IBAN erschlossen werden und wird daher nicht immer verlangt.

4. Kunden

Unternehmen und Verbraucher können unterschiedlich behandelt werden:

Die SEPA-Lastschrift bezieht sich auf zwei Systeme

Die SEPA-Lastschrift bezieht sich auf zwei Systeme: SEPA-Basislastschriften und SEPA-Firmenlastschriften. Kurz gesagt sind Firmenlastschriften nur möglich, wenn Sie Lastschriften von anderen Unternehmen einziehen.

Das Basislastschriftverfahren ist für alle SEPA-Banken verpflichtend. Firmenlastschriften sind jedoch kein verpflichtendes Verfahren, was bedeutet, dass nicht alle Banken es im Angebot haben.

Bei der Entscheidung für ein Verfahren sollte Folgendes berücksichtigt werden, um das Verfahren auszuwählen, das am besten zu Ihren Bedürfnissen passt:

  1. Kunden – Das SEPA-Firmenlastschriftverfahren kann nur bei Zahlungspflichtigen zur Anwendung kommen, die Unternehmen sind – nicht bei Privatpersonen oder Kleinstunternehmen. Das Basislastschriftverfahren kann bei allen Zahlungspflichtigen verwendet werden.
  2. Schadensansprüche – SEPA-Firmenlastschriftkunden haben keinen Anspruch auf Rückerstattung bevollmächtigter Transaktionen. Rückerstattungen für nicht autorisierte Transaktionen sind nur möglich, wenn der Zahlungspflichtige beweisen kann, dass er dem Firmenlastschriftmandat nicht zugestimmt hat (bis zu 13 Monate nach dem Zeitpunkt der Lastschrift).
  3. Timing – SEPA-Firmenlastschriften ermöglichen einen kürzeren Zeitrahmen bei der Einreichung von Zahlungen (1 Tag vor der Einziehung) und eine schnellere Antwortzeit von Banken im Falle eines technischen Fehlers oder bei Unfähigkeit, den Einzug durchzuführen (2 Tage nach der Einziehung).

In diesem Handbuch beziehen sich Verweise auf das SEPA-Lastschriftverfahren, sofern nicht ausdrücklich spezifiziert, sowohl auf das Basislastschriftverfahren als auch auf das Firmenlastschriftverfahren.

SEPA-Lastschriftmandate

Bevor Sie fällige Rechnungsbeträge mit der SEPA-Lastschrift einziehen können, benötigen Sie einen Lastschriftmandat. Dabei muss Ihr Kunde Ihnen berechtigen, Zahlungen direkt von Ihrem Bankkonto einzuziehen.

Es ist zu beachten, dass es für diesen Vorgang und deren Inhalt strenge Regelungen gelten. Wenn ein Lastschriftmandat nicht regelkonform ist, berechtigt es Sie nicht dazu, Zahlungen einzuziehen.

Erfahren Sie im Leitfaden wie Sie Schritt für Schritt SEPA-konforme Lastschriftmandate (auch mit GoCardless) einrichten können.

Digitale Lastschrift

Bei einem digitalen Geschäftsabschluss bietet sich die Lastschrift neben der Kreditkarte als weit verbreitete Zahlungsmethode an.

Im vorherigen Artikel wurde auf die Besonderheiten der Lastschrift eingegangen und dass diese speziell für eine digitale Abwicklung geeignet ist. Für Ecommerce- und SaaS-Anbieter ergibt sich ein weiterer Vorteil durch die Abwicklung der Mandate in digitaler Form.

Bei einem digitalen Geschäftsabschluss bietet sich die Lastschrift neben der Kreditkarte als weit verbreitete Zahlungsmethode an. Der Kunde erteilt sein Mandat direkt online im Checkoutprozess und kann somit ohne manuellen Aufwand im CRM-System angelegt werden. Die nachgelagerte Zahlung kann sofort initiiert und geprüft werden. Vor allem bei langfristigen und vertrauensvollen Kundenbeziehungen bietet sich somit eine voll digitale und kostengünstige Alternative zur Kreditkarte.

SEPA-Lastschrift mit GoCardless

GoCardless ist ein Online-Lastschriftexperte, der den gesamten Einzugsvorgang für Sie verwaltet. Händler können ihre Zahlungen über unser Online-Dashboard oder die REST-API einziehen und verwalten.

GoCardless ermöglicht es Unternehmen, SEPA-Lastschriften von überall in der Eurozone einzuziehen.

Um mehr über das Einziehen von SEPA-Lastschriften herauszufinden oder um Interesse an GoCardless anzumelden, besuchen Sie unsere GoCardless Webseite.

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